Sonst fliegt uns alles um die Ohren

Elke Buttkereit und Siegmund Ehrmann besuchten Ev. Beratungsstelle Duisburg / Moers

[21.02.2017]

Warum kommen Frauen, Männer, Jugendliche in die Ev. Beratungsstelle Duisburg / Moers. Darüber wollten sich der Bundestagsabgeordnete Siegmund Ehrmann und seine mögliche Nachfolgerin Elke Buttkereit am 31. Januar 2017 informieren. Bei dem Besuch in der Beratungsstelle in der Moerser Humboldtstraße ließen sie sich von den Mitarbeitenden genau erklären, welche Probleme die Ratsuchenden haben:

Themen sind z. B. Mobbing in der Schule, ob eine Frau oder ein Paar die Schwangerschaft abbrechen soll oder wie es gelingen könnte, ein Kind auch mit wenig finanziellen Mitteln eine gute Kindheit zu gewährleisten . Andere zweifeln am Sinn ihres Lebens, sind deprimiert, weil sie arbeitslos sind oder sich nach der Pensionierung unwichtig fühlen, leiden an einer Partnerschaft etc. In ihren Berichten machten die Mitarbeitenden deutlich, dass die Probleme sehr komplex geworden sind. Sorge um den Job, gestiegene Anforderungen im Beruf, Haushalt und Erziehung von Kindern, die ihrerseits großen Druck in der Schule haben etwa, stellen Alleinerziehende unter starken Druck. „Viele drohen durch das soziale Netz zu rutschen, gleichzeitig sind sie gezwungen, mehrere Bälle in der Luft zu jonglieren,“ beschrieb Anke Werner, Leiterin der Beratungsstelle, bildlich die aktuelle Lebenssituation vieler Menschen. Manche kämen damit zurecht, erfuhren die Politiker, manche drohen daran zu zerbrechen. Mit einigen Hilfesuchenden müsse man über lange Zeit viele kleine Einzelschritte tun, bis sie lernen, mit einer Situation besser umzugehen oder sie zu ändern. Bisweilen reicht es aber auch, Müttern klar zu machen, dass ihr eigener Anspruch an den perfekten Haushalt und die besonders gelungene Kindererziehung zu hoch sei. „Dann arbeiten wir am Anspruch.“

Multikomplexe Probleme

Besonderes Interesse zeigten die beiden Besucher an den Möglichkeiten der Vernetzung von Hilfsangeboten. „Wir sind eine integrierte Beratungsstelle“, erklärte Anke Werner „und können von den Synergien profitieren. Wer z. B. zu einerSchwangerenberatung gekommen ist,findet auch Hilfe in Erziehungs- oder Beziehungsfragen.“ Darüber hinaus besteht auch eine Kooperation mit Familienzentren, in denen die Beratungsstelle offene Sprechstunden anbietet. Zusätzlich können wir durch die Vernetzung mit der Grafschafter Diakonie gGmbH - Diakonisches Werk Kirchenkreis Moers auf deren Fachberatungsangebote verweisen und die Ratsuchenden dorthin vermitteln. Denn Multikomplexe Probleme, etwa das Zusammenbrechen eines Lebensentwurfs nach einer Scheidung, können auch mit Schulden einhergehen. Dann könne man mit der diakonischen Schuldnerberatung kooperieren. Bei Suchtproblemen mit der Drogenhilfe etc. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Trägern funktioniere.
Siegmund Ehrmann und Elke Buttkereit dankten für die intensiven Erläuterungen. „Wir müssen etwas tun, sonst fliegt uns das Ganze über kurz oder lang um die Ohren“, sagte Ehrmann. „Deshalb machen wir uns zurzeit ein Bild.“

Bundestiftung „Mutter und Kind“

Anlass für den Besuch war ein Brief der Leiterin Anke Werner an verschiedene Bundestagsabgeordnete mit der Bitte, sich für eine Erhöhung der Bundeseinlage für die Bundestiftung „Mutter und Kind“ einzusetzen. Auch der Bundestagsabgeordnete Siegmund Ehrmann hatte den Brief der Leiterin der Ev. Beratungsstelle Duisburg / Moers bekommen. Er unterstützte nicht nur das Anliegen, sondern bat daraufhin auch um einen Besuch bei der Beratungsstelle gemeinsam mit Elke Buttkereit. Das ursprüngliche Anliegen Anke Werners war übrigens erfolgreich: Die Bundesstiftung hat für die finanzielle Unterstützung von schwangeren Frauen in Not die Bundeseinlage um 4 Millionen Euro für 2017 erhöht.

 

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