„Menschen in seelischen Nöten eine Zukunft eröffnen“

Jahresbericht 2013 der Evangelischen Beratungsstelle / Nachfrage offenbart psychische Not

„Die Beratungen eröffnen Menschen in seelischen Nöten wieder eine Zukunft, die sie z.B. aufgrund von Krisen selber nicht mehr sehen“, erklärt Diplom-Psychologin Ulrike Stender, worum es den Mitarbeitenden in der Evangelischen Beratungsstelle Duisburg/Moers bei ihrer täglichen Arbeit geht. Eine Aufgabe, die die Fachkräfte im Jahr 2013 zunehmend in Atem gehalten hat. Ca. 1000 Mal mussten die Psychologen und Pädagogen Ratsuchende in Erziehungs-, Familien-/Partnerschafts- und Lebensfragen beraten. In mehr als 1000 Fällen wurden schwangere Frauen in allen Fragen „rund um Schwangerschaft und Geburt unterstützt, erhielten in finanziellen Notlagen Mittel aus der Bundesstiftung „Mutter und Kind“ oder wurden im Schwangerschaftskonflikt beraten. Damit fiel die Nachfrage nochmals etwas höher aus, als in den Jahren zuvor. Im Jahresbericht der Beratungsstelle sind die Zahlen detailliert zusammengestellt.

Der hohe Bedarf an psychologischer Beratung erzählt von weit verbreiteten seelischen Notlagen. Auch diese Hintergründe thematisiert der Bericht: „Männer und Frauen leiden vermehrt unter hohen psychischen Belastungen, Leistungs-, Mobilitäts- und Konkurrenzdruck im Erwerbsleben, Arbeitsplatzunsicherheit durch ständige Restrukturierungsmaßnahmen, zugespitzte Familien- und Partnerschaftsprobleme führen dazu, dass Menschen verstärkt Beratung suchen“, ist Stenders Erfahrung.

Zunehmend suchten außerdem Familien, die in Armut leben, die Erziehungs- und Familienberatung auf, um Unterstützung für seelische Probleme zu erhalten. Wie bereits in den Vorjahren wandten sich zudem mehr Familien mit Kindern im Vorschulter an das Spezialistenteam. Die Leiterin der Beratungsstelle glaubt, dass das ein gutes Zeichen ist: „Aus der Perspektive des Präventionsgedanken ist die Entwicklung begrüßenswert“, sagt Stender. Ein positiver Effekt, der der jahrelangen Präsenz in den Familienzentren vor Ort zu verdanken ist: Die Fachkräfte der Beratungsstelle halten seit sechs Jahren in insgesamt 15 Familienzentren in Duisburg und dem linksrheinischen Teil des Kreises Wesel Sprechstunden ab. „So können wir mehr sozial schwache Eltern, Alleinerziehende und Familien mit Migrationshintergrund erreichen“, so die Leiterin.

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