Zehn Jahre Schwangerschaftskonfliktberatung

„Mit der Frau - nicht gegen sie“ ist der Leitgedanke in der Schwangerschaftskonfliktberatung, die seit nunmehr zehn Jahren zu den Aufgaben der Evangelischen Beratungsstelle Duisburg/Moers gehört. Das Beraterteam, bestehend aus fünf weiblichen und einem männlichen Berater, versteht seinen Auftrag als „ganzheitliche Beratung“, die wirtschaftliche Probleme ebenso aufnimmt, wie familiäre, gesundheitliche oder ethische Fragen. Die Beratung ist „ergebnisoffen und geprägt von der festen Vorstellung, dass das werdende Leben nur mit der Frau nicht gegen sie geschützt werden kann“, heißt es dazu im Jahresbericht der Beratungsstelle. Ziel ist es, Frauen im Konfliktfall „entscheidungsfähig“ zu machen.

Für Frauen im Schwangerschaftskonfliktfall

Auslöser für den Aufbau der Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatung war vor zehn Jahren die Entscheidung der katholischen Kirche, sich aus dieser Arbeit zurückzuziehen. Die Evangelische Beratungsstelle sah es als ihren Auftrag an, auch weiterhin ein konfessionelles Beratungsangebot für Frauen im Schwangerschaftskonfliktfall zur Verfügung zu stellen. Heute macht dieser Bereich ein Drittel der gesamten Beratung in Erziehungs-, Familien-, Ehe/Partnerschafts- und Lebensfragen aus.

Neben der allgemeinen Beratung auch Informationen über rechtliche Ansprüche

Diplom-Sozialarbeiterin Iris Jares, von Beginn der Beratung schwangerer Frauen verantwortlich dabei, beschreibt die Hilfen für Schwangere, zu denen neben der allgemeinen Beratung auch Informationen über rechtliche Ansprüche sowie soziale und wirtschaftliche Hilfen gehören. Die Beratungsstelle hat die Möglichkeit, über die Bundesstiftung Mutter und Kind und den landeskirchlichen Härtefonds Gelder für Frauen in schwierigen Lebenslagen zu beantragen. Dafür stehen im Jahr ca. 264 000 Euro aus Stiftungsmitteln zur Verfügung. Im Durchschnitt werden pro Antrag 500 bis 600 Euro ausgezahlt. „Die Not steigt an“, weiß Frau Jares, „die Klienten werden nicht weniger.“
Zusätzlich zu dieser Hilfe können noch Mittel aus dem Härtefonds der Evangelischen Landeskirche in Höhe von 11 Tausend Euro in besonderen Notlagen beantragt werden, um Minderjährige, Alleinerziehende oder Eltern in der Berufsausbildung mit 200 bis 400 Euro zu unterstützen. Diese Gelder werden jedoch nur vergeben, wenn die Frauen sich in der Beratung befinden. „Wir sind keine Stelle, wo man nur Geld abholen kann“, so Frau Jares.

Beratungsgespräche umfassen alle Lebensbereiche

Die Beratungsgespräche umfassen alle Lebensbereiche. Dazu gehört auch die vorgeburtliche Diagnostik, sowohl was deren Chancen als auch deren Risiken betrifft. Nachbetreuung wird ebenfalls angeboten
Die Konfliktberatung ist eine Pflichtberatung, um eine Bescheinigung zum Schwangerschaftsabbruch zu bekommen. „Es gelingt fast immer, eine gute Atmosphäre zu schaffen und den Pflichtgedanken auszublenden“, weiß Frau Jares. Die Beratung ist ergebnisoffen, die Entscheidung für oder gegen die Fortsetzung der Schwangerschaft liegt allein bei der Frau und wird von den Beraterinnen respektiert und akzeptiert.
In geringem Umfang gehören zum Arbeitsfeld auch sexualpädagogische Angebote, meist in Anbindung an Kirchengemeinden.

Weitere Informationen unter Telefon 02841 9982600 (Moers) oder unter 0203 990690 (Duisburg).

Text: Ilse Siepmann

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